Wellington, Kaweka Forest Park und Napier

Zwei Tage in Wellington

Auf mehrfachen Wunsch gehen wir in die Verlängerung und berichten noch darüber, was wir mit unseren letzten beiden Wochen in Neuseeland anfangen.

Nach unserem Zieleinlauf in Bluff waren wir nicht traurig, Invercargill zu verlassen, da dort wirklich der Hund begraben liegt - und Cartuning ganz groß geschrieben wird. Um sechs Uhr morgens hat uns ein Taxi vor dem Hostel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Um neun Uhr waren wir dann auch schon in Wellington und Fernah hat uns dort am Flughafen abgeholt. Wir hatten Fernah und Johnathan, ihre Tochter Judith und deren Mann Ben in der Greenstone Hut in der Nähe von Queenstown kennengelernt und sie haben uns netterweise zu sich eingeladen. Die beiden wohnen in einem sehr schönen Haus im Vorort Hataitai und haben von ihrem Wohnzimmer aus einen wunderschönen Blick auf die darunter gelegene Bucht.

Wir sind von Hataitai aus am Meer entlang in die Stadt marschiert - ein bisschen zu Fuß gehen schadet nie - und haben uns dort umgeschaut. Nachmittags haben wir uns mit Judith und Ben auf einen Kaffee getroffen und sind mit ihnen anschließend wieder zurück zu Jonathan und Fernah gefahren, wo wir alle zusammen zu Abend gegessen haben. Die vier sind wirklich super! Wir freuen uns schon auf den Besuch von Judith und Ben im Frühjahr und hoffen, dass es Jonathan und Fernah auch mal in unsere Gegend verschlägt. 

Am nächsten Tag waren wir noch einmal in der Stadt, haben uns jeder einen Satz für die Zivilisation geeignete Klamotten gekauft und waren im Te Papa-Museum, wo wir etwas über die Geschichte Neuseelands gelernt und alle Vögel, die wir auf unserer Wanderung gesehen haben, noch einmal in ausgestopfter Form bewundern konnten. Am Nachmittag haben Jonathan und Fernah uns zur Mietwagenabholstation gefahren. Seitdem sind wir tatsächlich wieder auf vier Rädern unterwegs. Am selben Abend sind wir noch nach Paraparaumu gefahren, weil dort Luis bevorzugte neuseeländische Brauerei, Tuatara, beheimatet ist und haben ein paar Biersorten verkostet.

Lui im Wohnzimmer von Fernah und Jonathan
Lui im Wohnzimmer von Fernah und Jonathan

Kaweka Forest Park und Hawke's Bay

Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon wieder die Nase voll von Städten, auch wenn uns Wellington gut gefallen hat. Die Tararua Ranges nördlich von Wellington hätten uns gereizt, vor allem weil dort auch der Te Araroa verläuft, aber das Wetter in der ganzen Gegend war fürchterlich und wir hätten überhaupt nichts gesehen. Der Wetterbericht sah für die gesamte Nordinsel nicht besonders gut aus, mit Ausnahme von der Hawke's Bay, wo Napier liegt. Nach Napier wollten wir sowieso, um Simon und Cyrill zu besuchen, die dort demnächst eine Pianobar eröffnen. Recherchen haben ergeben, dass westlich von Napier der Kaweka Forest Park liegt, wo es ein gutes Netzwerk von Backcountry Huts gibt. Damit war unser Ziel klar und wir sind Richtung Norden gefahren, haben unterwegs noch etwas eingekauft und haben dann mit unserer kleinen Mietwagen-Knutschkugel den Kaweka Forest Park angesteuert. Als wir schon wieder weit weg von allem waren, ist uns plötzlich aufgefallen, dass wir nicht getankt hatten. Benzin hatten wir irgendwie nicht mehr auf der Liste der Dinge, die der Mensch so braucht, wenn er unterwegs ist. Zu dem Zeitpunkt war es aber eh schon wurst. Wir wussten, dass wir es nicht nach Napier zurück schaffen würden, wollten aber erst mal zweieinhalb Tage wandern und uns dann beim Rückweg Gedanken über dieses Problem machen.

Hurra! Endlich wieder zu Fuß unterwegs.
Hurra! Endlich wieder zu Fuß unterwegs.

Lui musste seinen Rucksack aus Invercargill zur Reparatur schicken, deshalb hatten wir nur meinen, um unsere Sachen zu transportieren. Außerdem hatten wir zwar wieder Lust aufs Backcountry, aber überhaupt nicht auf Packerlfraß, deshalb war ich mit Milch, Brot, Eiern, Hackfleisch, Nudeln und sonstigen guten Sachen beladen. Zum Glück bin ich ja mittlerweile ein geübter Packesel. Lui hat meinen Rucksack auch eine Weile übernommen, aber bei ihm saß er so schlecht, dass wir dann doch wieder getauscht haben.

Luxusküche in der Te Puia Lodge
Luxusküche in der Te Puia Lodge

Bis zur ersten Hütte, der Te Puia Lodge, waren es nur zwei Stunden am Mohaka River entlang. Die Hütte ist groß und sehr gut ausgestattet - es gibt sogar Gaskocher -, aber wir hatten sie trotzdem für uns alleine. Wir haben hervorragend gegessen und dann sehr gut geschlafen.

Am nächsten Morgen hatte sich der Nieselregen vom Vortag auch verzogen und die Sonne hat geschienen. Während wir noch zusammengepackt haben, kamen zwei Kiwischützerinnen vorbei, die auf dem Weg waren, um Fallen zu stellen und nach ihren Schützlingen zu sehen. Sie haben uns noch gewarnt, dass der Wind auf den Gipfeln sehr stark werden sollte. Wir wollten über den Whetu, der 1650 Meter hoch ist, und einen Kamm bis zur Ballard Hut gehen und haben den steilen Anstieg nach der Hütte in Angriff genommen.

Brücke im Kaweka Forest Park
Brücke im Kaweka Forest Park

Der Kaweka Forest Park ist ein richtiger Geheimtipp. Uns ist den ganzen Tag nur ein anderer Wanderer begegnet, die Wege waren perfekt in Schuss und die Hütten sehr nett und gepflegt. Am besten hat uns die Makino Hut gefallen, in der wir nach zwei Stunden die erste Pause eingelegt haben.

Anschließend ging es noch einmal ordentlich bergauf, bis wir die Baumgrenze erreicht haben. Kurz vorher haben wir einen Herrn getroffen, der sagte, er sei oben fast umgeblasen worden und wir sollten lieber unsere Brillen abnehmen, die Jacken anziehen und dem Lui den Rucksack überlassen.

Aufstieg über den Gipfelkamm - Mount Ruapehu im Hintergrund
Aufstieg über den Gipfelkamm - Mount Ruapehu im Hintergrund

Er hatte auch tatsächlich nicht unrecht. Solange man etwas geschützt gehen konnte, war der Wind kein Problem, aber auf dem Gipfel des Whetu konnte ich mich mit Rucksack kaum aufrecht halten und der Lui musste ihn übernehmen. Zum Glück war der Weg überhaupt nicht ausgesetzt, sodass die Böen zwar unangenehm, aber nicht gefährlich waren. Belohnt wurden wir mit schönen Aussichten auf die Hawke's Bay auf der einen und Mount Ruapehu auf der anderen Seite.

Lui mit Mädchenrucksack auf dem Weg zur Ballard Hut
Lui mit Mädchenrucksack auf dem Weg zur Ballard Hut

Vom Kamm aus mussten wir noch ein Stück steil zur Ballard Hut absteigen, die glücklicherweise ganz windgeschützt kurz unterhalb der Baumgrenze liegt. Der Herr, den wir vorher getroffen hatten, hatte dort eine halbe Flasche Weißwein hinterlassen, den wir natürlich nicht verschmäht haben.

Die Ballard Hut - Zuflucht vor dem Wind
Die Ballard Hut - Zuflucht vor dem Wind
Mondaufgang
Mondaufgang

Am nächsten Morgen war es ganz schön kalt in der Hütte, aber wir hatten guten Kaffee dabei, um uns aufzuwärmen. Das erste Stück mussten wir wieder auf dem Weg zurück, auf dem wir am Vortag gekommen waren, aber es hat sich definitiv gelohnt. Die Aussicht auf das Central Plateau mit Mount Ruapehu und Mount Ngauruhoe war noch viel besser als am Tag zuvor und wirklich beeindruckend. Wir konnten uns kaum losreißen.

Ein Ring sie zu knechten ... Mount Ngauruhoe a.k.a. der Schicksalsberg
Ein Ring sie zu knechten ... Mount Ngauruhoe a.k.a. der Schicksalsberg
Blick zurück aufs Central Plateau
Blick zurück aufs Central Plateau
Kurz vor dem Gipfel
Kurz vor dem Gipfel
So schee!
So schee!

Der Wind hatte zum Glück nachgelassen, sodass wir die Aussichten in beide Richtungen auch richtig genießen konnten. Die Hawke's Bay im Morgenlicht auf der anderen Seite sah auch wunderschön aus und wir haben uns Zeit gelassen, bevor wir wieder in den Wald eingetaucht sind.

Abstieg im Morgenlicht
Abstieg im Morgenlicht

Der Abstieg war einfach und wir sind schnell vorangekommen. Es ging über einen gut gepflegten Weg durch den Wald, an der Middle Hill Hut vorbei und hinunter zur Straße. Dieser mussten wir noch ein Stück folgen, um wieder zu unserem Auto zu kommen. Wir waren zwar schon gespannt, wie weit wir mit unserem Tank kommen würden, wollten uns vorher aber auf jeden Fall noch ein Bad in den Hot Pools gönnen, die es in der Nähe des Parkplatzes gibt und die wir auch wieder für uns hatten.

Grüner Freund am Wegesrand
Grüner Freund am Wegesrand
Perfekter Abschluss unserer 2,5-Tages-Wanderung
Perfekter Abschluss unserer 2,5-Tages-Wanderung

Frisch gewaschen sind wir losgefahren. Zum Glück ging es hauptsächlich bergab und Lui hat versucht, das Auto so oft wie möglich rollen zu lassen. Trotzdem hat bald schon die Reserveanzeige aufgeleuchtet. Wir konnten uns erinnern, in einem kleinen Ort einige Kilometer weiter ein Schild zu einer Werkstatt gesehen zu haben. Bis dorthin haben wir es dann tatsächlich auch geschafft. Der Besitzer meinte, wir hätten Glück, er hätte gerade einen Kanister mit 20 Litern Benzin für seinen Rasenmäher gekauft, auch wenn er das sonst eigentlich nicht anbietet. Er hat uns zehn Liter verkauft, sodass wir beruhigt die Weiterfahrt nach Napier antreten konnten. In Zukunft denken wir ans Tanken!

In Napier haben wir uns ein Zimmer im Hostel gesucht, um uns mal wieder zu duschen, alle Geräte aufzuladen und unsere Wäsche zu waschen. Dann haben wir Simon und Cyrill besucht und mit ihnen ein paar Bier getrunken. Es war nett, die beiden wiederzusehen, und wir freuen uns schon auf ihren Besuch im schönen Bayernland!

Sonnenuntergang in Napier
Sonnenuntergang in Napier

Coming up: Taupo und Tongariro National Park

Gewanderte Nachholkilometer: 37

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Kommentare: 2
  • #1

    Gracia Elbert (Freitag, 03 Februar 2017 04:41)


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  • #2

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