Tag 1 - 3: Queen Charlotte Track (73 km)

Der erste Abschnitt ist geschafft! Der ganze Te Araroa-Trail setzt sich aus verschiedenen kürzeren Wanderwegen zusammen, die durch extra angelegte Verbindungswege miteinander verknüpft wurden, und der erste auf der Südinsel ist der Queen Charlotte Track. Er ist auf drei bis vier Tage angelegt, beginnt in Ship Cove und endet in Anakiwa, einem kleinen Örtchen, wo wir heute angekommen sind.

Tag 1: Ship Cove bis Camp Bay, 27 km

In Picton haben wir morgens noch in einem Café gefrühstückt und sind dann mit einem Ausflugsschiff von Beachcomber Cruises, die einen speziellen Rabatt für Te Araroa-Wanderer anbieten, nach Ship Cove gefahren. Auf dem Weg haben wir Delfine gesehen und der Kapitän hat Verschiedenes über den Busch und die Bäume der Gegend berichtet, was besonders dem Lui gut gefallen hat. In Ship Cove angekommen, hat das Abenteuer endlich seinen Anfang genommen. Es ist auch wirklich ein guter Startpunkt! Man legt mit dem Schiff an und ein langer Steg führt direkt in den Busch hinein, der dort noch völlig ursprünglich und 700 Jahre alt ist (haben wir auf dem Boot gelernt). Bevor wir losgewandert sind, haben wir noch kurz dem Captain Cook Monument einen Besuch abgestattet. Auf seinen Entdeckungsfahrten um Neuseeland hat er fünf Mal in Ship Cove angelegt.

Lui bei den ersten Schritten
Lui bei den ersten Schritten

Der Weg am ersten Tag war perfekt zum Einlaufen - ein leichtes Auf und Ab, ein perfekt gepflegter Weg und schöne Ausblicke auf den Queen Charlotte Sound. Das Wetter war sonnig und kühl - perfekt zum Wandern. Nachdem es so gut lief, haben wir uns entschieden, gleich 27 km zu gehen, auch wenn wir erst um 10 Uhr starten konnten. Das hat auch sehr gut funktioniert. Wir waren froh, dass die Rucksäcke sich noch gut tragen ließen.

Einer der besagten Ausblicke
Einer der besagten Ausblicke

Kurz bevor wir an dem Camp angekommen sind, wo wir eigentlich unser Zelt aufbauen wollten, hat es angefangen, ein paar Tropfen zu regnen. Gerade als wir uns am Cooking Shelter untergestellt hatten, ging es so richtig los: strömender Regen. Außerdem war im Camp auch noch eine Schulklasse auf Activity Week. Toll, dass sie so was hier in der Schule machen, aber ich hatte die Nächte davor wegen des Jetlag nicht so gut geschlafen und wir hatten etwas Sorge, dass es eine unruhige Nacht werden würde. Außerdem wollten wir unser Zelt nicht so gerne das allererste Mal im strömenden Regen aufstellen und haben uns deshalb entschlossen, im "Resort" nebenan zu fragen, ob noch eine Backpacker-Hütte oder ein Zimmer frei wäre. Leider gab es nur noch ein neu gebautes Chalet für über 300 Dollar, das wir dankend abgelehnt haben. Stattdessen konnten wir dann aber in einem Schuppen mit ein paar alten Kühlschränken und sonstigem Gerümpel schlafen. Nicht nobel oder sauber zwar, aber wir waren trotzdem froh.

Tag 2: Camp Bay bis Cowshed Bay, 25 km

An Tag zwei hatten wir wieder wunderbares Wetter. Der Weg hatte schon deutlich mehr Höhenmeter, aber wir wurden wieder durch wunderbare Ausblicke belohnt. Hin und wieder haben wir sogar ein paar andere Wanderer getroffen. Die ersten Zipperlein haben sich auch eingestellt, allerdings nichts, was sich nicht ertragen lässt oder was bei unserem derzeitigen Trainingszustand verwunderlich wäre. Lui hatte ein bisschen Probleme mit seiner Schulter und ich habe jeweils eine Blase an jedem Fussballen entwickelt. Die ließen sich durch Aufstechen und Tapen aber gut in den Griff bekommen und Lui hat festgestellt, dass seine Schmerzen in der Schulter besser werden, wenn er nicht immer mit Stöcken geht. Übernachtet haben wir im Zelt in einem Camp des DOC (Department of Conservation). Auf diesen Zeltplätzen gibt es normalerweise fließend Wasser, eine Toilette und einen Unterstand zum Kochen, also alles, was man braucht.

Das elegante Kopftuch habe ich von zwei sehr lieben Freundinnen bekommen :-)
Das elegante Kopftuch habe ich von zwei sehr lieben Freundinnen bekommen :-)

Tag 3: Cowshed Bay bis Anakiwa, 21 km

Heute hatten wir einen etwas kürzeren Tag und waren auch beide froh darüber. Unsere Studien haben ergeben, dass Tag 3 der Tag der Plattfüße ist. Wir mussten öfter kurz anhalten und die Socken wechseln, um das Problem in den Griff zu kriegen.

Nachdem wir unser Zelt abgebaut und uns von den edlen Bierspendern vom Vorabend verabschiedet hatten (einem netten Paar aus Schwaben, das mit einem Camper unterwegs war und ein Herz für bierdurstige Wanderer hatte), ging es gleich mal wieder 400 Höhenmeter bergauf. Auch der Rest des Weges war ein ständiges Auf und Ab, aber natürlich wieder wunderschön.

Lui auf dem Queen Charlotte Track
Lui auf dem Queen Charlotte Track

Der Queen Charlotte Track endet in Anakiwa an einem grünen, zu einem Kiosk umgebauten Campingwagen. Dort haben wir uns eine sehr willkommene Cola gekauft, da uns ein paar Kilometer zuvor das Wasser ausgegangen war. Wir sind mit der Besitzerin ins Gespräch gekommen, die außer dem Kiosk zusammen mit ihrem Mann auch noch eine Backpacker-Unterkunft betreibt (Anakiwa 401). Dort sind wir jetzt und sollte es jemanden irgendwann nach Anakiwa verschlagen, können wir sie jedem wärmstens empfehlen. Wir haben ein nettes Zimmer mit einem bequemen Bett und Lui kocht, während ich das hier schreibe, in der Küche Spaghetti Bolognese. Anakiwa hat keinen Laden und kein Restaurant, deshalb stellen Tanya und Shayne einem die Zutaten für Spaghetti Bolognese bereit, wenn man möchte. Lustigerweise haben Lui und ich unterwegs noch darüber gesprochen, wie gerne wir Spaghetti Bolognese hätten - manchmal ist es einfach Fügung.

In diesem Sinne: Mahlzeit! :-)


P.S.: An meine Übersetzerfreunde: Sorry wegen der nicht ganz regelkonformen Zeichensetzung. Ich benutze den hier vorhandenen Computer und es muss schnell gehen. :-)

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